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Eine absurde Idee (Einführung in meinen Roman "Inseln des Glücks (Laimės salos)" auf der Suche nach einem Verlag)



Diese Geschichte beginnt vor einem Jahr und endet fast ein Jahr später. Eine Zeitspanne im Leben einiger Menschen relativ kurzer, aber langer jedoch. Wie das Leben auf der Erde, lang, aber relativ kurz.
Und alles beginnt mit einem Foto, das - wie jedes Foto - versucht einen Moment des Glücks, der immer unruhigen Existenz des Menschen zu fixieren. Und setzt es für immer fest, das heißt, solange das Foto existieren wird.
Glück ist jedoch kein Moment und Glück ist nicht einmal ewig, denn ewig sind keine Fotos und Menschen.
Aber warum dann nach Glück suchen? Welche seltsame Idee ist diese Idee inmitten all des Leidens, dass das Leben unermüdlich vorschlägt?
Eine Idee absurd und trotzdem möglich.
Ausgehend von diesem Bild wollte das Schicksal (aber das Schicksal gibt es nicht - es ist nur eine Art zu reden), dass wir für viele Seiten einer Familie sprechen, die in Vilnius in einem Zeitraum von fast zwölf Monaten nach Glück gesucht hat. Wir beschreiben es in ihren Versuchen, in ihren Freuden und Leiden, in ihren Ängsten, Nervosität, Träumen und Enttäuschungen, Pausen und Aufschwüngen, in ihren Verlangen, jeden Augenblick auf dieser Erde zu wachsen und zu existieren und uns ein Zeichen zu hinterlassen, so leicht es auch sein mag. Wir haben ihre Geschichte erzählt, wir haben sie Monat für Monat mit Leidenschaft und Transport verfolgt. Und am Ende haben wir uns mit dieser Familie verbunden. Wir haben sie geliebt. Und sie zu verlassen war schmerzhaft. Aber jede Geschichte hat einen Anfang und ein Ende. Und unsere Geschichte musste auch enden. Es ist eine wahre Geschichte, denn wahr sind alle Erzählungen, die uns an Etwas glauben lassen. Um an Etwas zu glauben, brauchen wir Geschichten, weil sie sich Menschen und Dingen nähern. Ohne Geschichten ist keine Person oder Sache nahe und daher wahr. Diese sind jene Geschichten, die an Werte, Helden, Zustände, Ideale glauben lassen ... Die Geschichten geben den Sinn des Daseins und entziehen sich daher dem Nichts, sie erheben sich als Wahr…
Aber warum suchen Menschen verzweifelt nach Glück? Warum erstellen wir Ereignisse und Fakten, um nahe zu bleiben und um an eine eigene Welt zu glauben und glücklich zu sein, wenn wir im Wesentlichen unglücklich sind? Warum suchen wir hartnäckig eine Insel, auf der wir dieses Glück zusammen erleben können?

Um diese Fragen zu beantworten, wollte " Das Schicksal" diese Geschichte aus vielen Gründen schreiben, vor allem aber Eines: um zu versuchen, die Verzweiflung umzugehen.
Nur glückliche Geschichten entführen uns von einem Nichts, das uns verfolgt und im Zentrum einer einzigen Wahrheit kreuzt, die wir niemals hören möchten:

Es ist nichts hinter uns 

Nicht einmal das Nichts, 

Dass das wäre schon Etwas. 

(Giorgio Caproni)

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